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Nr. 187

Die Zukunft des Welthandels – Zwischen Liberalisierung und Abschottung

Tim Meyer

Berlin

, 2026

Schlagwörter in dieser Publikation:
EuropaFreihandelWettbewerbsfähigkeit

Der Handel von Gütern, Waren und Dienstleistungen ist zentraler Bestandteil einer marktwirtschaftlichen Ordnung. Er schafft neue Märkte, indem Angebot und Nachfrage an unterschiedlichen Orten zusammengeführt werden. Außenhandel ist dementsprechend ein zentraler Faktor für wirtschaftliche Prosperität und Wohlstand, von dem nicht nur Industriestaaten, sondern ebenso Schwellen- und Entwicklungsländer profitieren.

Die globale Handelsordnung gerät durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren erheblich unter Druck: (1) Der Umfang nicht-tarifärer Handelshemmnisse hat in den vergangenen Jahren zugenommen. (2) Exogene Schocks haben Wertschöpfungsketten erschüttert und dienen als Legitimation für protektionistische Maßnahmen. (3) Einfuhrzölle werden verstärkt als geopolitisches Machtinstrument genutzt. Innerhalb kürzester Zeit wurden sie in den USA auf den höchsten Stand seit den 1940er Jahren angehoben. Infolgedessen droht eine Protektionismusspirale und die Abkehr von einer regalbasierten Handelsordnung.

Die Umkehr protektionistischer Tendenzen und die Verteidigung einer freien und regalbasierten Handelsordnung sollte insbesondere folgende Aspekte umfassen: Eine Reform der WTO kann dazu beitragen, der Mechanismus zur Streitbeilegung wiederzubeleben, das Einstimmigkeitsprinzip zu lockern sowie eine grundlegende Erneuerung der Verträge (u. a. im Bereich der Digitalwirtschaft) vorzunehmen. Die Europäische Union (EU) sollte ihre wirtschaftliche Bedeutung nutzen, um die regelbasierte internationale Handelsordnung aktiv mitzugestalten und globale Standards beim Abschluss internationaler Abkommen zu setzen. Diversifikation von Handels- und Wertschöpfungsketten sowie eine Vertiefung der multilateralen Wirtschaftsbeziehungen sind Grundlage für weitere Liberalisierungen des Welthandels und die Erschließung neuer Märkte. Vor allem kurzfristig sollten aber auch die im Rahmen der bestehenden Handelsordnung vorhandenen Instrumente (z. B. Antisubventions- und Antidumpingmaßnahmen) zur Gewährleistung fairer Marktbedingungen genutzt werden.

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