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Energiewendekosten – eine teure Fehleinschätzung

Die Energiewende hat sich zu einer umfassenden Systemtransformationsaufgabe entwickelt, deren Kosten von Beginn an politisch fahrlässig unterschätzt wurden. In der Begründung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das seit dem Jahr 2000 den Ausbau erneuerbarer Energien durch einen gesetzlichen Einspeisevorrang sowie unterschiedliche Förder- und Vergütungsregelungen vorantreibt, heißt es:

„Auswirkungen auf das Preisniveau, insbesondere das Verbraucherpreisniveau, sind trotz voraussichtlich geringer Erhöhung der Netznutzungsentgelte nicht in nennenswertem Umfang zu erwarten (…). Es ist lediglich mit geringfügigen Steigerungen der Strombezugspreise zu rechnen, die durch die im liberalisierten Markt sinkenden Strompreise deutlich überkompensiert werden.“

Griffiger drückte es der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin in einer Pressemitteilung am 30. Juli 2004 aus: „Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis.“

Tatsächlich entwickelten sich die Energiewendekosten deutlich dynamischer als politisch dargestellt. Allein die Kosten des EEG summieren sich von 2000 bis 2030 auf mehr als 400 Mrd. Euro, die seit Mitte 2022 nicht mehr von den Stromkunden, sondern größtenteils vom Steuerzahler bezahlt werden.

Abb. 1: Finanzierung der EEG-Förderkosten von kumulativ bald 400 Mrd. Euro: Verlagerung von Privat zu Staat

Quelle: www.netztransparenz.de sowie Finanzplanungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF).

 

 

Die eigentlichen Herausforderungen der Energiewende liegen jedoch zunehmend weniger im Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten als in deren Integration in das Stromsystem. Die volatile und wetterabhängige Stromerzeugung erfordert erhebliche Investitionen in Übertragungs- und Verteilnetze sowie steigende Aufwendungen für Netzengpassmanagement, Speicher, Reservekapazitäten und weitere Flexibilitätsoptionen. Je nach Kostenbegriff und Zeitraum ergeben sich für die kommenden Jahrzehnte Kostenschätzungen in Billionenhöhe. Dies verdeutlicht, wie sehr das häufig verwendete Argument, Wind und Sonne würden keine Rechnung schicken, die tatsächlichen Kosten der Energiewende verkennt.

Abb. 2: Kostenschätzungen der Energiewende: Von der Kugel Eis zur Billionenrechnung

Quelle: Eigene Zusammenstellung verschiedener Kostenschätzungen.

 

 

 

Deutschlands Klimaschutz ist nicht vorbildlich

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Einige Bundesländer streben dies bereits für 2040 an. Der Anteil der erneuerbaren Energien beträgt inzwischen zwar mehr als 50 Prozent an der Stromversorgung, die deutsche CO2-Bilanz fällt jedoch nach mehr als zwei Jahrzehnten Energiewende enttäuschend aus: Die CO2-Emissionen des Strominlandsverbrauchs sind in Deutschland mit 330 Gramm pro Kilowattstunde im europäischen Vergleich ausgesprochen hoch – trotz der vielen Energiewendesubventionen. Konventionelle Kraftwerke müssen ausgleichen, was Wind und Sonne, fehlende Speicher und Netze und abgeschaltete Kernkraftwerke nicht bewerkstelligen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EEG-Novelle 2027 als Hoffnungsschimmer

Die stark gestiegenen EEG- und Systemkosten sowie die zunehmenden Integrationsprobleme volatiler erneuerbarer Energien haben die Defizite des bisherigen Fördersystems offengelegt. Mit der geplanten EEG-Novelle 2027 reagiert die Bundesregierung auf diese Entwicklung und erkennt zumindest teilweise die Grenzen des bisherigen EEG-Systems an. Ziel der Reform ist eine stärkere Marktintegration erneuerbarer Energien, die Reduzierung von Fehlanreizen und eine höhere Systemverantwortung der Anlagenbetreiber. Dies sind wichtige Schritte zu einer marktwirtschaftlicheren Ausgestaltung der Energiewende.

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