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CO2-Grenzausgleich der EU – Probleme eines Second-Best-Ansatzes

Jörg König

Berlin

, 2026

CO2-Bepreisung ist ein marktwirtschaftlich sinnvolles Instrument für den Klimaschutz. Solange CO2-Preise international jedoch stark voneinander abweichen, entstehen Wettbewerbsverzerrungen und Anreize zur Verlagerung emissionsintensiver Produktion. Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) der EU kann diese Folgen begrenzen, bleibt aber ein komplexer Second-Best-Ansatz.

Eine weitere Ausweitung des CBAM droht Bürokratie zu verstärken und neue Umgehungsstrategien hervorzurufen. Zugleich bleiben Wettbewerbsnachteile europäischer Unternehmen auf Exportmärkten bestehen. Statt in eine regulatorische Expansionsspirale einzutreten, sollte die EU den bestehenden Mechanismus vereinfachen, seine Wirksamkeit evaluieren und einen WTO-konformen Ausgleich der CO2-Kosten europäischer Exporteure prüfen.

Dauerhaft sollte die EU auf eine stärkere internationale Koordinierung der CO2-Bepreisung und die Verknüpfung von Emissionshandelssystemen setzen. Je stärker sich CO2-Preise international annähern, desto geringer wird der Bedarf an komplexen Grenzausgleichsmechanismen.

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