Argumente zu Marktwirtschaft und Politik Nr. 160

Ehrbare Staaten? Update 2021

Die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen in Europa

Bernd Raffelhüschen, Karen Rudoplh, Sebastian Will

Berlin, 2021 Umfang:
24 Seiten
Dateigröße:
2 MB
ISSN:
1612 - 7072

Das EU-Nachhaltigkeitsranking des Forschungszentrums Generationenverträge und der Stiftung Marktwirtschaft zeigt nicht nur die expliziten Schulden der 27 EU-Mitgliedstaaten, sondern auch das Ausmaß ihrer ungedeckten zukünftigen Verpflichtungen, die sich insbesondere aus dem in allen Ländern zu beobachtenden demografischen Wandel ergeben. Projiziert man die mit der Bevölkerungsalterung einhergehende Veränderung der altersabhängigen Ausgaben in die Zukunft, ist eine umfassende Nachhaltigkeitsanalyse der öffentlichen Finanzen der europäischen Staaten möglich. Die Datengrundlage der Berechnungen basiert einerseits auf dem Alterungsbericht 2021 und andererseits auf den Frühjahrs- und Sommerprognosen der Europäischen Kommission.

Es wird deutlich, dass die öffentlichen Haushalte der europäischen Mitgliedstaaten im Jahr 2020 nach einer längeren Konsolidierungsphase wieder ein hohes Primärdefizit aufweisen. Daneben ist es vor allem aber der Anstieg der altersabhängigen Ausgaben in den kommenden Jahrzehnten, der im Rahmen einer Langzeitbetrachtung dazu führt, dass 20 von 27 Ländern teils hohe implizite Schulden zu verzeichnen haben. Diese übersteigen in vielen Fällen die expliziten Schulden deutlich. Eine wirkungsvolle Konsolidierung der Staatsfinanzen in der EU wird daher nur gelingen, wenn beide Segmente des Schuldeneisbergs und damit sowohl die sichtbaren expliziten als auch die unsichtbaren, impliziten Staatsschulden in Angriff genommen werden.

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