Carsten Linnemann erhält den Wolfram-Engels-Preis

Dr. Rainer Hildmann, stellvertretender Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Marktwirtschaft, überreichte den diesjährigen Wolfram-Engels-Preis an Dr. Carsten Linnemann MdB.

Der Wolfram-Engels-Preis 2020 ist am 9. Oktober im Rahmen des traditionellen Frühjahrstreffens der Stiftung Marktwirtschaft an ihrer Gründungsstätte in Kronberg feierlich an Dr. Carsten Linnemann, Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), verliehen worden. In Gedenken an den Gründer des Kronberger Kreises wird dieser von der informedia-Stiftung gestiftete Preis seit 1998 von der Stiftung Marktwirtschaft an Persönlichkeiten aus dem unternehmerischen, wissenschaftlichen, journalistischen oder politischen Bereich verliehen, die mit ihren Arbeiten, Vorschlägen und Maßnahmen einen eigenständigen, in die Zukunft weisenden Beitrag zur Würdigung und Förderung unserer freiheitlichen, auf Markt und Menschenwürde basierenden Gesellschaftsordnung leisten. In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld, Sprecher des Kronberger Kreises und Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hervor, dass der diesjährige Preisträger Dr. Carsten Linnemann diese Kriterien in vorzüglicher Weise erfülle. Er habe die Jury überzeugt durch seine dezidiert ordnungspolitischen Positionierungen, sein Verständnis für die Bedeutung regelbasierter Wirtschaftspolitik, sein Engagement für Wettbewerb, Preisstabilität, solide Finanzpolitik und Generationengerechtigkeit sowie seinen Einsatz gegen Subventionen, fehlgeleitete Arbeitsmarkt-, Sozial- und Industriepolitik.


Dr. Carsten Linnemann MdB, zeigte in seiner Dankesrede auf, warum es aus seiner Sicht heute immer schwerer werde, dem Anspruch der Sozialen Marktwirtschaft gerecht zu werden.

 

In seiner Dankesrede bezeichnete Linnemann den Wolfram-Engels-Preis als Bestätigung seines Einstehens für sein Leitbild der Sozialen Markwirtschaft als Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell mit den drei starken Säulen Personalität, Subsidiarität und Solidarität. Linnemann betonte insbesondere, dass die Soziale Marktwirtschaft kein Wirtschaftssystem sei, dass für die Industrie gemacht wurde oder für Unternehmer. Vielmehr schmerze das zentrale Element, der freie Wettbewerb, die Unternehmen und sei keine Puppenstube, sondern raue Luft. Er danke der Stiftung Marktwirtschaft für ihren Einsatz im Sinne einer nachhaltigen Sozialen Marktwirtschaft. Sie sei die einzige Institution, die ausschließlich mit Fakten auf die Abgeordneten im Deutschen Bundestag zugehe.


Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld, Wolfram-Engels-Preisträger Dr. Carsten Linnemann MdB und Gastredner Friedrich Merz.

Grundsätzlich habe er den Eindruck, dass es heute vor allem aus drei Gründen immer schwieriger werde, dem Anspruch dieser Sozialen Marktwirtschaft gerecht zu werden. Erstens nehme eine gewisse emotionale Erpressung zu, die heute häufig am Anfang einer Debatte stehe, so dass man bei vielen Themen gar nicht mehr bis zur Faktenebene komme, wie beispielsweise bei TTIP wegen des „Chlorhühnchen“ oder bei der „Rente mit 63“. Zweitens verhindere die zunehmende Selbstzensur aus Angst vor einem Shitstorm klare Meinungsäußerungen. Linnemann schilderte seine selbst erlebte Empörungswelle, als er die Debatte um mangelnde Deutschkenntnisse bei vielen Grundschülern angestoßen habe. Drittens sei die vermehrt zu beobachtende mangelnde Regelbindung ein Problem, wie beispielsweise bei den Maastrichter Fiskalregeln oder bei der Euro-Rettung. Wenn man sich an die Bedingungen halte, bekomme man Geld und wenn man sich nicht daran hält, bekomme man auch Geld, so sein Eindruck. Für Linnemann sei der Wolfram-Engels-Preis auch aus diesem Grund ein Ansporn: „ Ich nehme ihn stellvertretend für uns alle an, weil wir alle in der Verantwortung stehen wie selten zuvor – in einer Zeit, in der die Werte der Sozialen Marktwirtschaft auch und gerade im Lichte der Corona-Krise nicht mehr den Stellenwert haben, wie sie sie einmal hatten. Insofern freue ich mich auf die Zukunft und wir alle sollten sie beherzt angehen im Sinne der Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft und den zeitlos gültigen Maximen Ludwig Erhards.“

 

Auf Wunsch von Linnemann kommt das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro der Stiftung Lebenslauf in Paderborn zugute.

 

Fotos: Ronny Barthel

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