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Die Pflegeversicherung als Pflegefall - Alternde Gesellschaft, Leistungsausweitung und knappe Kassen

Die Pflegeversicherung als Pflegefall - Alternde Gesellschaft, Leistungsausweitung und knappe Kassen
Berlin, 24.05.2011 Umfang:
8 Seiten
Dateigröße:
675 KB

Die Soziale Pflegeversicherung (SPV) wurde Mitte der 1990er Jahre als jüngster Sozialversicherungszweig nach dem Umlageverfahren und mit lohnbezogenen Beiträgen ins Leben gerufen. Sie ist dabei als „Teilkaskoversicherung“ konzipiert, d.h. sie soll nur einen Teil der Pflegekosten abdecken. Ursächlich für die Einführung dieser Pflichtversicherung waren nicht zuletzt explodierende Sozialausgaben der Kommunen für Pflegeleistungen im Rahmen der Sozialhilfe gewesen. Menschen mit ausreichend hohem Einkommen oder Vermögen mussten vor Einführung der Sozialen Pflegeversicherung Pflegekosten hingegen vollständig selbst tragen.

Da die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, in hohem Maße vom Lebensalter abhängt, stellt die zunehmende Bevölkerungsalterung die Soziale Pflegeversicherung mittel- und langfristig vor enorme finanzielle Probleme. Während heute nur etwa 5 Prozent der Bevölkerung über 80 Jahre alt sind, wird dieser Anteil nach OECD-Schätzungen bis zum Jahr 2050 auf knapp 15 Prozent steigen. Parallel dazu wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen auf etwa 4,4 Mio. Menschen verdoppeln. Die Gesamtbevölkerung und – wichtiger noch – die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter nehmen indessen ab. Selbst bei Beibehaltung des gegenwärtigen Leistungsniveaus muss aufgrund der steigenden Pflegefallzahlen und der an Gewicht gewinnenden außerfamiliären, stationären Pflege damit gerechnet werden, dass sich auch der Beitragssatz der Sozialen Pflegeversicherung in den kommenden Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung ist sowohl für den Arbeitsmarkt als auch unter dem Aspekt der Generationengerechtigkeit mehr als problematisch.

Auf der anderen Seite wünschen sich vor allem Betroffene erweiterte Leistungen der Pflegeversicherung, beispielsweise in Form eines weniger engen und weniger verrichtungsbezogenen Pflegebedürftigkeitsbegriff und einer besseren Versorgung von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z.B. Demenz).

Diese und andere Herausforderungen für die Soziale Pflegeversicherung standen am 24. Mai 2011 im Mittelpunkt unserer Tagung „Die Pflegeversicherung als Pflegefall – Alternde Gesellschaft, Leistungsausweitung und knappe Kassen“. Durch die Diskussion führte Gerhard Schröder, Korrespondent im Hauptstadtstudio des Deutschlandradios.

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