10. November 2009

Ehrbarer Staat? Gesundheitsprämie reduziert Nachhaltigkeitslücke um maximal 25%

Was bringt die Einführung einer Gesundheitsprämie in der Gesetzlichen Krankenversicherung? Wie würde sich eine Pflegepauschale auf die langfristige Tragfähigkeit der Sozialen Pflegeversicherung auswirken? Könnte der von der neuen Bundesregierung angedachte Einstieg in pauschale Gesundheitsprämien zu mehr Generationengerechtigkeit in den Sozialversicherungen führen?

Auf der heutigen Pressekonferenz der Stiftung Marktwirtschaft zeigte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Vorstandsmitglied der Stiftung Marktwirtschaft, anhand neuer Berechnungen der Generationenbilanz, dass pauschale Prämien zwar die Nachhaltigkeitslücken der Sozialsysteme reduzieren: Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung würde der vollständige Umstieg auf ein Prämienmodell die Lücke immerhin um bis zu 25 Prozentpunkte von derzeit knapp 100 auf 75% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) senken. Bei der Sozialen Pflegeversicherung wäre der Effekt hingegen mit einer Senkung der Nachhaltigkeitslücke um nur 3 Prozentpunkte deutlich geringer (siehe Abbildung 1). Eine vollständige Lösung des Nachhaltigkeitsproblems können sie daher nicht herbeiführen: „Prämienmodelle stellen eine Kur mit partiellen Heilungschancen dar“, sagte Raffelhüschen, „zur vollständigen Genesung führen sie aber nicht.“ Zumindest die Richtung der Reform stimme, da Prämien eine stabile Kalkulationsgrundlage bieten, den Arbeitsmarkt nicht weiter belasten und im Zusammenspiel mit einem steuerfinanzierten sozialen Ausgleich fairer als der Status quo sind...  

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