Jürgen Kaube

Der Preisträger Jürgen Kaube mit Frau sowie Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Prof. Dr. Theo Siegert und Prof. Dr. Michael Eilfort (v.l.)

Jürgen Kaube erhält den Swift-Preis für Wirtschaftssatire 2012

Mit Jürgen Kaube wird laut Jury ein Journalist ausgezeichnet, der sich seit 20 Jahren dem Genre der Wirtschaftssatire aus feuilletonistischer Perspektive widmet. Durch seine unkonventionelle Themenwahl spürt der stellvertretende Leiter des Feuilletons detektivisch reizvolle Sujets auf, die zugleich zum Sinnieren über wirtschaftliche Zusammenhänge anregen. Er gibt dadurch einer breiten Leserschaft auf unterhaltsame Art Einblick in das komplexe Wirtschaftsgeschehen, weckt Interesse an der Auseinandersetzung mit marktwirtschaftlichen Mechanismen und verschafft auf diese Weise dem Genre der Wirtschaftssatire wieder mehr Aufmerksamkeit.

Die Stiftung Marktwirtschaft hat den Swift-Preis am 4. Mai in Kronberg im Taunus an Jürgen Kaube verliehen. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro dotiert.

Der nach dem irischen Satiriker Jonathan Swift (1667 - 1745) benannte Preis soll den kreativen Diskurs um die auf Menschenwürde und freiem Markt basierende Gesellschaftsordnung auszeichnen, die auf den Grundwerten Freiheit – Wettbewerb – Eigenverantwortung aufbaut.

Der Stiftungsratsvorsitzende Prof. Dr. Theo Siegert hält die Laudatio auf den Preisträger, der – dem Namensgeber Jonathan Swift gleich – die Satire als Genre für zeitgenössische Betrachtungen nutzt:

"Die Satire ist eine Art Spiegel, worin der Betrachter jedes Gesicht erkennt – außer dem eigenen. Was die Hauptsache dafür ist, dass ihr die Welt eine so freundliche Aufnahme zu Teil werden lässt – und sich so wenige von ihr getroffen fühlen.“

[Jonathan Swift]

Laudatio von Prof. Theo Siegert

Jürgen Kaube, Swift-Preisträger 2012, fällt es indes schwer, keine Satire zu schreiben – „difficile est satiram non scribere“. Womit, fragt Kaube in seiner Erwiderung auf die Laudatio nur konsequent, wäre ein Preis für satirisches Schreiben verdient, wenn sich satirisches Schreiben gar nicht vermeiden ließe?

Die aberwitzige Hoffnung jeder Satire sei es schließlich, "durch Schreiben zur Selbstauflösung von Dummheiten beizutragen, sie wegzulachen." Für Kaube war Swift auf diesem Gebiet "ein Riese":

"Wenn Sie so freundlich sind, einen Preis, der in seinem Namen vergeben wird, einem Nichtriesen zuzuwenden, macht mich das stolz. Ich will versuchen, ihm durch weitere Boshaftigkeiten, diesseits des Moralisierens gerecht zu werden!“

Erwiderung des Swift-Preisträgers Jürgen Kaube