Jahrestreffen der Stiftung Marktwirtschaft 2018

Dr. Rainer Hildmann, Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld, Prof. Dr. Theo Siegert, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier MdB, Prof. Dr. h.c. mult. Nikolaus Schweickart, Prof. Dr Michael Eilfort (v.li.).

Der Stiftungsratsvorsitzende Prof. Dr. Theo Siegert begrüßte die Gäste in Kronberg.

Das Jahrestreffen 2018 der Stiftung Marktwirtschaft im Juni des Jahres in Kronberg, der Geburtsstätte von Stiftung Marktwirtschaft und Kronberger Kreis, stand auch im Zeichen des 70-jährigen Jubiläums der Sozialen Marktwirtschaft. Der Stiftungsratsvorsitzende Prof. Dr. Theo Siegert, der die Gäste auf Kronberg willkommen hieß, zeigte sich in seiner Einführung auch deshalb sehr erfreut darüber, dass mit Peter Altmaier erstmalig ein Bundeswirtschaftsminister aus der Partei Ludwig Erhards als Hauptredner zu Gast in Kronberg war.


Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier MdB, gab sich in seiner Rede kämpferisch.

Altmaier warf in seiner Rede zunächst einen detailreichen Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft. Trotz ihrer herausragenden Bedeutung für Deutschland werde sie zu oft als völlig selbstverständlich hingenommen, so der Minister. Gleichzeitig könnten sich nur wenige etwas Konkretes unter dem Begriff der Sozialen Marktwirtschaft vorstellen. Deshalb müsse es auch darum gehen, sich stärker dafür einzusetzen, dass ihre Begründung und ihre Wirkweisen wieder mehr verstanden würden. Der CDU-Politiker führte zudem aus, dass die Marktwirtschaft auch davon lebe, dass Unternehmertum und die Bereitschaft sich selbständig zu machen, gesellschaftlich anerkannt und nicht diskreditiert würden. Daher bedürften die Leistungen von denjenigen, die durch ihren wirtschaftlichen Erfolg zum Wohl des Landes beitragen, stärkerer Anerkennung.


Mit Blick auf die Zukunft gab Altmaier die Formel aus, dass der Staat in 98 Prozent aller Fälle bzw. wirtschaftlicher Entscheidungen Bereitschaft zeigen müsse, sich rauszuhalten. Millionen von Verbraucherinnen und Verbrauchern und von Unternehmerinnen und Unternehmern könnten in der Summe zu besseren Entscheidungen kommen als einzelne Beamte an grünen Tischen. Umgekehrt gelte es aber auch, sich in den zwei Prozent der Fälle einzumischen, in denen es nötig sei. Dabei zeigte sich der Wirtschaftsminister angesichts der Innovationen im Bereich des autonomen Fahrens und der künstlichen Intelligenz besorgt, dass künftig große Teile der Wertschöpfung außerhalb Deutschlands und Europas stattfinden könnten. Daher warb er in diesem Bereich für ein verstärktes Engagement des Staates, um in Kooperation mit anderen europäischen Ländern einen privatwirtschaftlichen Akteur zu schaffen, der international wettbewerbsfähig ist.


Mit den Mitgliedern des Stiftungsrats, Kronberger Kreises, Kuratoriums und Freundeskreises der Stiftung ergab sich anschließend eine intensive und thematisch weitreichende Diskussion über mögliche ordnungspolitische Leitsätze der Zukunft sowie, in turbulenten Zeiten, deren Überführung in konkrete Politik.

Der Sprecher des Kronberger Kreises, Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld, gab in seinem kurzen Bericht aus der Arbeit des Kronberger Kreises zu bedenken, dass viele der politischen Themenfelder, in denen zum Teil dringender Handlungsbedarf bestehe, gar nicht im ausschließlichen Verantwortungsbereich des Wirtschaftsministers lägen. Er mahnte insbesondere eine Unternehmensteuerreform sowie die Vermeidung zusätzlicher Belastungen in den Bereichen der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik als Vorhaben an, denen sich die Politik prioritär widmen sollte.

Der Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, Prof. Dr. Michael Eilfort, bedankte sich bei den geladenen Gästen abschließend ausdrücklich für ihr Interesse und Wohlwollen. Er versprach, dass sich die Stiftung auch weiterhin fröhlich penetrant für mehr fiskalische Nachhaltigkeit, gerade in einer alternden Gesellschaft, sowie wirtschaftliche Vernunft und eine größere Fokussierung auf Investitionen und Innovationen einsetzen werde.


Weitere Eindrücke von der Veranstaltung im Schlosshotel Kronberg, der Gründungsstätte der Stiftung Marktwirtschaft und des Kronberger Kreises:


Fotos: Ronny Barthel

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