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Die (Berliner) Mietendebatte geht an der Realität vorbei – Mieten sind günstiger geworden

Bernd Raffelhüschen und Sebastian Will

Berlin, 2022 Umfang:
4 Seiten
Dateigröße:
79 KB

Berlin herrscht Wohnraummangel. Dieser ist das Resultat erstens einer gestiegenen Wohnraumnachfrage, die hauptsächlich durch Zuzug und den soziodemographischen Wandel getrieben ist, zweitens zu geringer Neubauaktivität und drittens zu großer Beharrungsanreize. Die öffentliche Fokussierung der Mietdebatte liegt auf den stark steigenden nominalen Neuvertragsmieten, die im Verhältnis zum Bestand jedoch nur einen geringen Teil der Gesamtmieten ausmachen. Zwar sind auch die Bestandsmieten in den letzten zehn Jahren gestiegen – allerdings haben die verfügbaren Einkommen im gleichen Zeitraum schneller zugenommen. Folglich sind die Bestandsmieten sogar erschwinglicher geworden. Der Wohnraummangel führt im Zusammenspiel mit einem einseitigen Mieterschutz zu einer Zementierung der Disparität zwischen Neuvertrags- und Bestandsmieten. Die daraus folgenden kommunalpolitischen Probleme sind mithin zu einem großen Teil politisch hausgemacht.

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